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Vorbedingungen:
Zur Entsorgung von Rückständen aus verschiedenen chemischen Produktionsbetrieben
wird eine Verbrennungsanlage mit nachgeschalteter Rauchgasreinigung eingesetzt.
Durch die verschiedenartigen Einsatzstoffe für die Verbrennung entstehen im
Rauchgas unterschiedliche Schadstoffe, die in teilweise sehr hohen Konzentrationen
auftreten. Insbesondere ist mit der Emission von Halogenen und deren Verbindungen
sowie von Staub und feinsten Aerosolpartikeln zu rechnen. Die zu erzielenden
Reingaswerte müssen den Anforderungen nach 17. BImSchV genügen. Die Anlage soll
eine hohe Verfügbarkeit von mehr als 99 % aufweisen.
Konzept:
Das Rauchgas verlässt die Brennkammer
mit einer Temperatur von 1000-1100 °C und wird in dem an der Brennkammer direkt
angeflanschten Quench gekühlt. Das nahezu auf Sättigungstemperatur gekühlte
Rauchgas tritt dann von unten in eine zweistufige Füllkörperkolonne ein, in
der es im Gegenstrom zur Waschflüssigkeit vor allem von den gasförmigen Schadstoffen
gereinigt wird. Quench und die erste Stufe der Füllkörperschüttung haben einen
gemeinsamen Waschkreislauf, der aus dem Sumpf der Füllkörperkolonne gespeist
und bei einem pH-Wert von etwa 0 betrieben wird. Die zweite Füllkörperstufe
wird durch Zugabe von Natronlauge mit einer Waschflüssigkeit im leicht alkalischen
pH-Wert-Bereich betrieben. Am Kopf der Füllkörperkolonne verhindert ein Tropfenabscheider
den Austrag von Flüssigkeit.
Zur Abscheidung des Reststaubes
und der feinen Aerosolpartikel wird ein zweistufiges Kondensations-Agglomerations-Verfahren
verwendet. Dabei wird im Gleichstrom durch Zweistoffdüsen das Gas lokal übersättigt.
Die Übersättigung wird durch heterogene Kondensation an den Staub- und Aerosolpartikeln
abgebaut, die dadurch anwachsen. In einer Gegenstromagglomerationsstrecke werden
die so vergrößerten Partikel in einer Art Tropfenabscheider separiert. Ein Saugzug
fördert das gereinigte Rauchgas zum Kamin.
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Technik:
Die Prozess- und Anlagentechnik zeichnet sich durch folgende Punkte aus:
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Der Heißgasquench wird aus Graphit gefertigt und hat
in der Übergangszone "heiß/kalt" ein Schutzhemd aus einem hochlegierten Stahl.
Die Flüssigkeitszugabe erfolgt mehrstufig über Düsen, die sowohl einen Schutzfilm
an der Apparatewand als auch ein feines Sprühbild in der Apparatemitte bilden.
Dadurch wird das Gas schlagartig auf nahezu Sättigungstemperatur gekühlt,
der Apparat gegen Korrosionsangriff geschützt und die Bildung von Heißgassträhnen
vermieden.
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Die Füllkörperkolonne ist mit modernen Hochleistungsfüllkörpern
bestückt, die extrem verschmutzungsunanfällig sind, einen sehr geringen Druckverlust
aufweisen und trotzdem eine hohe Trennleistung besitzen.
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Durch Regelung des pH-Wertes wird eine optimale Abscheidung
bei minimalem Betriebsmittelverbrauch erreicht.
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Das beschriebene Kondensations-Agglomerations-Verfahren
ist ein besonders druckverlustgünstiger Weg, auch feinste Aerosolpartikel effektiv
abzuscheiden. Die Investitionskosten sind deutlich niedriger als für einen
NasselektroFilter, der hier als Alternative in Frage
käme.
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Das in der Kondensations-Agglomerations-Stufe anfallende
Abwasser wird zum Quench geleitet und dort verdampft. Damit wird der Abwasseranfall
in der Anlage optimiert.
Ergebnis:
Das vorgestellte Anlagenkonzept ermöglicht für die beschriebene
Rückstandsverbrennung den Grenzwert nach 17. BImSchV auch bei extrem schwankenden
Eintrittsbedingungen der Schadstoffe sicher einzuhalten. Die Anlage baut sehr
kompakt und weist aufgrund der Auswahl der Apparate ein vergleichsweise geringes
Investitionsvolumen auf. Das Kondensations-Agglomerations-Verfahren ist aufgrund
des niedrigen Betriebsdruckverlustes in den Unterhaltskosten sehr günstig.
Durch redundante Ausführung der störanfälligen Komponenten kann eine sehr hohe
Verfügbarkeit gewährleistet werden.
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