Rauschert Home
  Impressum
         
  Abluft
  Carola-Abscheider
  Abwasser
  Anwendungsbeispiel
Rauchgasreinigung
  Anwendungsbeispiel
Ammoniakstrippung
  Anwendungsbeispiel Ammoniakstrippung
 
 

Stadtentwässerung Göttingen

Vorbedingungen: Ziel der Kläranlage in Göttingen sollte die Entfernung und Verwertung von Ammonium aus Filtratwasser nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sein. Anders konnte die örtliche Stadtverwaltung die gesetzlichen Mindestanforderungen nicht erfüllen. Besonders der hohe Stickstoffanteil im Göttinger Abwasser stellte hier eine ungewöhnliche Erschwernis für eine biologische Reinigungsstufe dar. Doch nach erfolgreichen Vorversuchen galt es, ein Verfahren zu finden, das nicht nur wirtschaftlich attraktiv sein sollte, sondern sich auch sinnvoll in die vorhandene Anlagetechnik integrieren musste. Endziel sollte außerdem die Herstellung eines marktgängigen Produktes sein, das sich aus dem eliminierten Stickstoff ergab.

Konzept: Als wirtschaftlich günstigstes Verfahren wurde die Methode der Luftstrippung mit anschließender „Saurer Wäsche“ für die speziellen Randbedingungen der Kläranlage Göttingen ermittelt. Besonders vorteilhaft ist hier die vor Ort praktizierte Kalkkonditionierung des Schlamms vor der Entwässerung, die zu einem Anstieg des pH-Wertes im Filtrat führt. Darüber hinaus wurde die Abwärme sinnvoll in den Wärmehaushalt der Kläranlage integriert.

Wichtig war im Vergabeverfahren auch, dass über einen Zeitraum von 10 Jahren die garantierte Abnahme des Wertstoffes Ammoniumsulfat angeboten wird. Dies bot der Stadtentwässerung Göttingen neben der maximalen Betriebsgarantie eine größtmögliche Kostensicherheit. Somit wurde besonders bei der Ausschreibung auf den Bau und die erwähnte anschließende Betriebsführung geachtet.

Technik: Die Prozess- und Anlagentechnik zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

  • Die Kammerfilterpresse erzeugt das Filtratwasser im Einschichtbetrieb. Bei einem Nennvolumenstrom von 17-20 m³/h wird das Filtratwasser in stahl-emailierten Behältern zwischengespeichert.

  • Nach dem Abzug des Mediums aus den Lagerbehältern kann bei Bedarf eine Anhebung des pH-Wertes mit Natronlauge erfolgen. Durch Nutzen interner Quellen, wie Wärme aus Rücklaufwasser, erhöht sich die Temperatur des Filtratwassers.

  • In einer Strippkolonne wird nun das im Filtratwasser enthaltene Ammoniak mit Kreislaufluft ausgetrieben.

  • Die Ammoniumkonzentration wird jetzt in einem Prozessschritt auf unter 100 mg/l reduziert. Die Strippleistung beträgt nach Entnahme vom Reinwasser und der Restwärme über 95 %.

  • Die gereinigte Luft wird wieder zur Strippkolonne zurück gefördert. So wird ein geschlossener Luftkreislauf garantiert.

  • Die Füllkörperschüttungen, in der Strippkolonne und Absorptionskolonne ermöglichen eine große Phasengrenzfläche, die den Stoffaustausch begünstigt. Als Füllkörper werden Rauschert Hiflow-Ringe verwendet. Deren offene Gitterstruktur macht sie unempfindlich gegenüber Verschmutzung. Weitere Vorteile sind geringes Gewicht, hohe Belastbarkeit und mechanische Festigkeit. Der geringe Druckverlust spart Gebläseleistung ein.

Ergebnis: Die entstandene Ammoniumsulfatlösung kann als typzugelassener Flüssigdünger in der Landwirtschaft oder dem Gartenbau eingesetzt werden. Alternativ ist das Prozeßprodukt einsetzbar in der Lederindustrie, der holzverarbeitenden Industrie und in der Erstickung von Feuerungsanlagen und Zementwerken.

Durch die Ammoniumrückgewinnung wird die primäre Vorgabe des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes erfüllt: Abfall wird erst gar nicht erzeugt.